Diese Seite ist eine
Erinnerungs-Seite
Das United Jazz + Rock Ensemble geht
nicht mehr auf Tour...
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Nach der letzten großen Tour im Jahr 2002 gab es ein allerletztes Konzert
zu Ehren von Albert Mangelsdorff in der Alten Oper in Frankfurt
am 12.9.2003
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Grande Finale
The United Jazz + Rock Ensemble
Die Farewell Tournee 2002
Die Termine
Nach fast 30 Jahren und über 350.000 verkauften Platten geht die erfolgreichste europäische Bigband „The United Jazz + Rock Ensemble“ zum letzten Mal auf Tournee. Noch einmal wollen die Musiker gemeinsam mit ihrem Publikum dies spezielle„United – Feeling“
feiern.
IAN CARR Trompete - WOLFGANG DAUNER Piano
JON HISEMAN Schlagzeug - DAVE KING Bass - VOLKER KRIEGEL Gitarre
CHRISTOF LAUER Saxophon - ALBERT MANGELSDORFF Posaune
ACK VAN ROOYEN - Trompete BARBARA THOMPSON Saxophon
RÜDIGER BALDAUF Trompete
Die Keimzelle des United Jazz + Rock Ensemble war das sogenannte Elfeinhalb Ensemble, eine lose Gruppierung um den Pianisten Wolfgang Dauner, die auf Anregung des Fernsehregisseurs Werner Schretzmeier zustande kam und 1974-75 in einer sonntäglichen Fernsehsendung des Süddeutschen Rundfunks auftrat. Schon damals bestand die Band, die noch keinerlei öffentliche Auftritte hatte, aus Ian Carr, Ack van Rooyen, Albert Mangelsdorff, Jon Hiseman, Charlie Mariano, Eberhard Weber, Volker Kriegel und Wolfgang Dauner. Die Resonanz war so überschwänglich, daß W. Dauner, W. Schretzmeier, A. Mangelsdorff, A. van Rooyen, V. Kriegel und Christoph Wertz das Label MOOD RECORDS – Produktion der Musiker – gründeten. Damit wurde auch das UNITED JAZZ + ROCK ENSEMBLE geboren.Kaum jemand hätte Mitte der 70er Jahre zu prophezeien gewagt, daß diese Ansammlung von ebenso hochkarätigen wie grundverschiedenen Musikerpersönlichkeiten über fast drei Jahrzehnte hinweg zusammenspielen würde, und zwar mit Spaß, Solidarität und
Erfolg.
Viel ist gesagt und geschrieben worden über die Qualitäten der einzelnen, neuen und alten, United-Mitglieder. Die Dame und die neun Herren gelten längst als living legends. Sie zählen zur Spitzenklasse des europäischen Jazz. Dennoch ist das United Jazz + Rock Ensemble alles andere als eine normale Allstar-Band. Zum musikalischen Profil von United und, nicht zu vergessen, zum Erfolg dieses Ensembles haben neben den musikalischen Qualitäten seit den Gründertagen auch die Eigenkompositionen der Bandmitglieder ganz entschieden beigetragen. Selten hat es in einer Bigband solch eine Zusammenballung von improvisatorischen und kompositorischen Talenten gegeben.Auch ist in diesem Ensemble die starre Rollenverteilung von Solo und Begleitung aufgehoben. Ständig findet ein virtuos-dialogischer Stimmenaustausch statt, wobei die Vollblutmusiker seismographisch aufeinander eingehen.Mit musikalischen Qualitäten ist das Phänomen United allerdings nicht hinreichend erklärt.
Es kommt noch etwas hinzu: nennen wir es den human factor. Das Publikum ist Zeuge eines Langzeitexperimentes, das da lautet: zehn Musiker von höchst unterschiedlicher Herkunft, mit höchst unterschiedlichen Neigungen und von höchst unterschiedlichem Temperament versuchen gemeinsam eine Musik zu machen, die als Ganzes überzeugt und bei der sich keiner verleugnen muß. Daß der musikalische Funke beim United Jazz + Rock Ensemble immer noch zündet, liegt nicht etwa daran, daß sich alle Beteiligten musikalisch so blendend verstehen. Ganz im Gegenteil: es liegt eher daran, daß die Beteiligten ohne stilistische Scheuklappen musizieren. Das macht die Sache so schwierig und so spannend zugleich.
Stilistische Differenzen würden jeder normalen Band das Genick brechen. Beim United Jazz + Rock Ensemble sorgen sie für die Reibungshitze, die das Experiment in Gang hält.Der Sympathiebonus, den das United Jazz + Rock Ensemble beim Publikum genießt, hat sicher auch etwas mit der musikalischen Vergangenheit der einzelnen Mitglieder zu tun, oder anders gesagt: mit der Summe der musikalischen Biographien. (Und da kommt ja nun wirklich allerhand zusammen). Aber der Wertschätzungskredit ist auch mit der Erwartung verknüpft, daß diese Band bei jedem Konzert unbedingt und hartnäckig versucht, den magischen Moment des gemeinsamen Abhebens zu erreichen. So pathetisch das klingen mag, aber darum geht es ja letztlich: um die Glücksmomente; um den kollektiven Rausch des kreativen Übermuts; um die Erfahrung, daß im Aushalten von Gegensätzen die schönsten Spannungsbögen entstehen können; um das Gefühl von Solidarität trotz
Andersartigkeit.
Was im Falle United das Binnenklima so angenehm macht, ist die vorsätzliche Toleranzbereitschaft, der gegenseitige Respekt, der Umstand, daß alle Beteiligten ihr Ei schon längst gelegt haben und sich gegenseitig nichts mehr beweisen müssen, aber auch die freundschaftlichen Verflechtungen jenseits der Musik. In dieser außergewöhnlichen Band jedenfalls führt sich keiner auf, weit und breit ist nichts zu spüren von den üblichen Profilneurosen, von Konkurrenzgerangel oder Machtkämpfchen. Ein seltener Glücksfall von prima Klima.
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